Just do it - das SOM-Tagebuch

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4 Position-Reports

12.08.2008 (mit sailmail)

Hallo ihr Lieben,

ich lebe noch, kann ich mit Fug und recht behaupten. Habe in Savusavu einen Tauchkurs überlebt (einfach), und jede Menge Kava (schwieriger).
Bin dann in sechs fast ruhigen Tagen nach Tanna, einer der Vanuatu-Inseln gesegelt. Das Dorf in der Bucht lebt praktisch in der Steinzeit.
Fast. Ausnahmen: Machete (ist aus Stahl, nix Stein) und Handy (seit einem Jahr). Die Menschen sind superfreundlich und füllen den Kochtopf nur mit Normalschweinen.
Langschweine (Missionare oder ich z.B.) sind heute tabu. Die eigentliche Gefahr geht vom Mt. Yasur aus.
War heute zusammen mit anderen auf dem Gipfel, supereindrucksvoll, da Tor zu Hölle. Mt. Yasur ist ein Vulkan.
Je nach Nervenkostüm dauerte die Entscheidung zum gepflegten Rückzug Sekunden oder doch noch ein wenig länger.
Jedenfalls flogen uns die Brocken um die Ohren, ehrlich. Sogar glühende Geschosse. Aber wir haben alle überlebt.

Liebe Grüße Euer heute um Jahre gealterter singlehander





28.8.2008 (mit sailmail)

Hallo ihr Lieben, wo immer Ihr seid,

am 28.08. sind JUST DO IT und ich in Port Moresby glücklich angekommen. Boot und Crew wohlauf.
Crew braucht ein Bier. Verluste: der Radartransponder.
Die Überfahrt, ziemlich genauso lang wie unsere Atlantikquerung von den Kapverden nach Fernando de Noronha, war die schnellste Reise, die JDI je gemacht hat.
1.387 Meilen in 10 Tagen, 3 Std. u. 5 Min. Durchschnittsetmal = 137,0 M, Durchschnittsgeschwindigkeit = 5,7 kn

Nach dem Bier wird geschlafen, und dann am Boot gewerkelt, was denn sonst?
Liebe Grüße Euch allen
Martin , der Singlehans




12.9.2008 (mit sailmail)

Hallo Ihr Lieben an Land und unterwegs,
gestern Mittag haben wir, JDI und ich, Port Moresby verlassen. Kein leichter Abschied.
Viele neue Freunde blieben zurück. Sind inzwischen flott vorangekommen und befinden uns etwa 40 Meilen vor der Torres-Straße.
Werden in der Nacht einfahren und gegen Mittag den Anker bei der Insel Rennel werfen.
Von dort gehts dann mit dem ersten Büchsenlicht weiter. Mit Einbruch der Nacht sollte die Torres-Straße dann geschafft sein.
Nächster "planmäßiger" Halt ist Benoa. Ein Stop in Australien ist nicht vorgesehen. Bis dorthin liegen 1.800 Seemeilen vor uns.
Drückt uns die Daumen!

Liebe Grüße und allzeit fair winds
Martin und Just Do It






21.9.2008 (von Anke)

Liebe Freunde in der Ferne oder ganz nah, unterwegs oder zuhause!

Diesmal kommt die SOM über Martins Reise von Tonga nach Vanuatu auf Umwegen zu euch:
weil das Internet in Port Moresby, Papua Neu-Guinea schwächelte und so viele Bits und Bytes einfach nicht transportieren wollte,
musste die gute alte Schneckenpost wieder ran. Daher hat es ein bisschen gedauert.
Martin ist mittlerweile wieder gestartet, hat die Torres Straße zwischen Neu Guinea und Australien glücklich passiert und kämpft nun mit schwachen Winden in der Arafura- bzw. Timor-See.
Nächstes Ziel ist Benoa/Bali. Bis dahin rechnet er aber noch ca. 14 Tage...
O-Ton Martin vom heutigen Tag: "Heute nur langsam gewesen. Zeitweise Blister runter, weil kein Wind. Eine Stunde Motor, vor allem wg. der Batterien.
Werde von jetzt an versuchen, das Iridium am Sonntag wieder ab Morgens (MESZ/MEZ) an zu haben. Wird ja einfacher (nur noch + 6-7 Std. Zeitunterschied gegenüber MESZ).
Kannst die Nachricht ja weiterverbreiten. POS 06:15 UTC = 10°46,1' S / 131°25,7' E, Etmal 78,2 nm, Speed 4,4 kn, Kurs 258°, 986 miles to go, Wind E 6-7 kn, See 0,25 m, Bewölkung 3/8, Baro 1009,2 hP, Luft 30°C."

Ich bin nun schon seit 10.6.08 in DL zurück, bin wieder häuslich geworden, beschäftige mich mit Möbel rücken, viel zu viele Kartons auspacken, Löcher in Wände bohren und der Gartenwildnis statt mit ganz viel Wasser, mehr oder weniger Wind und Wellen, Fischen, Walen und Delphinen, Segeln, Leinen, Land und Leuten fremder Länder.
Und vor allem: seit dem 1.7. kämpfe ich mehr oder weniger erfolgreich mit dem Büroalltag.... Ich habe schon etwas Schwierigkeiten, mich umzustellen auf die hiesige Geschwindigkeit (nicht nur bei der Fortbewegung) und Effizienz. Naja, wird sich finden... Außerdem habe ich nun wie man sich denken kann, die Aufgaben der Basisstation für Martin.
An Andrea und Carsten, die in den letzten 4 Jahren all die vorhersehbaren und unvorhersehbaren bürokratischen Dinge für uns gemanagt haben, nochmal vielen vielen herzlichen Dank!!
Auch wenn wir uns schon vorstellen konnten, wieviel Arbeit das manchmal bedeutete, jetzt erlebe ich es selbst hautnah...
Auch Frank und Petra nochmal ganz herzlichen Dank für ihre großartige Unterstützung in Sachen Haus und Möbel!! Last but not least geht ein großes Danke Schön auch an meine Eltern und meine Schwester Beate für ihre Unterstützung, ohne die ich diese Reise so nicht hätte machen können!

Viel Spaß beim Lesen der SOM
wünschen Martin von Bord der "Just Do It" und Anke aus Bremen