Just do it - das SOM-Tagebuch

Zurück zur Übersicht Törnberichte



position-report

Biskaya
09.09.09








in aller Kürze

nach langen inneren Kämpfen (A-N-G-S-T, igitt) und weil das Wetter endlich mitspielte, ist Just do it am vergangenen Sonnabend über die Bisquaya gestartet.
Wohlüberlegt hinein in etwas viel Wind, den wir leider auch noch am-Wind nehmen mußten. Onkel Heinrich, die Windsteueranlage, war darüber nicht sehr erfreut und weigerte sich, ordnungsgemäß Dienst zu tun.
Schließlich blieb nichts übrig, als das Steuerrad kunstgerecht zu fesseln und Just do it sich selbst steuern zu lassen. Ging auch.
Ich habe die Wetterunbill weitgehend in der Koje verbracht, mit regelmäßigen Ausflügen ins Cockpit, um nach Walen (keine), Seejungfrauen (auch keine, Mist), Fischern (2), Yachten (3) und großen Brüdern Ausschau (nicht gezählt) zu halten.
Dann wurde der Wind weniger, drehte nicht auf West und dann wurde er noch weniger. Also Motor an. Das bin ich ja nun gewohnt. Und das gleichmäßige Gebrumm fördert ja auch den guten Schlaf. Man muß das Positive sehen. Ab und zu doch Wind. Motor aus, Segel rauf. 15 Minuten später eine Stimme aus dem OFF: "reingefallen". Motor an, Segel runter ...
Endlose Motorstunden später war ich um die Ile d`Quessant rum. Und weil ich dem Wetter nicht trauen konnte, haben wir dann im Nebel (huhu?) LŽAber-WracŽh angesteuert. Spricht sich Aberwrack. Hab aber keins gesehen.
Eine Stunde nach Ankunft saß ich mit den bekannt wilden, wortkargen und entschlossenen bretonischen Horden vor einer Schüssel Crevetten, begleitet von Shampus und vin rouge. Abends haben mich zwei französische Seeleute in eine echt bretonische Kneipe entführt.
Sah aus wie ein englisches Pub. Nur die Sprache war falsch. Dann kamen auch noch Jeanette und Paulette, olala. Also, mir geht es gut. Das ist auch gut so, denn der Wind wird mich hier wohl eine Woche festhalten.
Doch das letzte große Seestück ist nun geschafft, der Rest ist Kür.

Liebe Grüße Euch allen von
Just Do it, die von der anfänglichen Bolzerei etwas Farbe eingebüßt hat, und
Martin